Mit Beginn der 9. Klasse treten die Jugendlichen in die vierjährige Werkstufenzeit ein, in der sie ihre Schulpflicht beenden und sich intensiv auf ihre zukünftige Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Diese Phase verbindet Verlässlichkeit durch den festen Klassenverband mit neuen handlungs- und berufsorientierten Lernangeboten.
Werkstufe - individuell und doch gemeinsam
Der zweistündige Hauptunterricht am Morgen vermittelt in Epochen zentrale Inhalte aus Deutsch, Mathematik sowie natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und regt zur persönlichen Auseinandersetzung mit der Welt an. Lernen bedeutet dabei, eigene Erfahrungen mit Wissen zu verknüpfen und eine individuelle Haltung zu entwickeln. Ergänzend finden Fachunterrichte, Förderangebote und jahrgangsübergreifende Lernformen statt, die eine passende Förderung ermöglichen.
An drei Tagen in der Woche arbeiten die Schülerinnen und Schülern in den Gewerken und sammeln praktische Erfahrungen. Am Nachmittag wählen sie entsprechend ihrer Interessen verbindliche Lernkurse aus einem vielfältigen Angebot. Im Rahmen der Berufsorientierung absolvieren die Jugendlichen Praktika und lernen unterschiedliche Berufsfelder kennen. Ziel ist es, gemeinsam mit Eltern und Partnern passende Wege für Ausbildung, Arbeit und Wohnen zu entwickeln, um den Übergang in die nächste Lebensphase gut zu gestalten.
Alle Werkstufenklassen nehmen mehrmals in der Woche am handwerklichen Unterricht in den verschiedenen Gewerken teil. Hier können die Jugendlichen ihre Fähigkeiten entdecken, kreativ werden und ihr handwerkliches Geschick entwickeln.
Die Angebote aus den Bereichen Kerzenziehen, Papierschöpfen, Kartonage und Korbflechten bis hin zu Hauswirtschaft, Textilgestaltung und Schreinern fordern Teamarbeit, Ausdauer und Selbstständigkeit von den Jugendlichen.
Im Kerzenziehen erleben sie einen kompletten Produktionsprozess und erfahren, wie motivierend es ist, ein eigenes Produkt entstehen zu lassen. Jedes Gewerk baut auf den vorherigen Erfahrungen auf und stärkt Selbstvertrauen, Teamfähigkeit und Selbstwirksamkeit.
Zum Abschluss der Werkstufenzeit entwickeln die Jugendlichen beim Theaterprojekt Kulissen, Kostüme und Technik selbst, üben Rollen ein und präsentieren ihre Aufführung der gesamten Schulgemeinschaft.
So verbinden die Gewerke praktisches Handwerk, künstlerisches Schaffen und persönliche Entwicklung auf besondere Weise.